Skriptum Hören/Horchen

Heute haben wir unser neu überarbeitetes eBook/Skriptum Hören/Horchen „entlassen“!

Wir wollen mit diesem Skriptum ein bisschen mehr Hörbewusstsein schaffen aber auch zeigen, dass jeder Einzelne sehr viel zu seiner Hörgesundheit beitragen und Sie auch durch HörKur/HorchTraining verbessern und erhalten kann.

 

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eBook Hören:Horchen

 

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Hörgerät, was nun …?

Man meint, gut hören zu können, kann aber trotzdem eine gesprochene Mitteilung nicht verstehen. Das kann übrigens auch gut-Hörende betreffen.

Bei einer Hörschädigung ist die Empfindlichkeit im Gehörsystem verringert. Hörschädigungen gehören zu den meist verbreiteten Gesundheitsproblemen. Dabei ist ein Hörverlust nicht unbedingt altersbedingt, sondern kann bei allen Altersgruppen auftreten. Jeder zehnte Mensch ist von einer Einschränkung seiner Hörfähigkeit betroffen. Die Tendenz ist stark steigend.

Das typische Hörproblem besteht nicht notwendigerweise darin, dass man nicht „laut“ hört. Vielmehr ist oft ein ganzes Frequenzband, eine Reihe von Tonhöhen, gar nicht oder nur schwer zu hören.

Das Ergebnis einer solchen Höreinschränkung ist ein sogenannter „Unterscheidungsverlust“. Bei Kindern kann dies die Entwicklung der Sprache aber auch des Verstehens verzögern.

Bei Erwachsenen sind Hörprobleme oft mit Gefühlen der Isolation, des Nicht-dazu-Gehörens und des Rückzuges verbunden und können Schamgefühle auslösen, die bis zu Depressionen führen können.

Wie Sie richtig mit Menschen mit einer Höreinschränkung kommunizieren:

  • sprechen Sie deutlich und natürlich
  • suchen Sie die Nähe zu Ihrem Gesprächspartner,
  • halten Sie Blickkontakt,
  • wecken Sie Aufmerksamkeit,
  • achten Sie auf störendes Umfeld,
  • seien Sie einfühlsam und
  • beweisen Sie Geduld.

Menschen mit Hörgeräten hören „anders“. Sie brauchen auch Zeit, sich an das neue akustische Erleben und Umfeld zu gewöhnen um so ein optimales Sprachverstehen zu erreichen.

Mit einem individuell auf Sie abgestimmten Hör- und HorchTraining  ergibt sich die perfekte Kombination. 

Nähere Details unter: 

dieHörAkademie

http://www.diehoerakademie.at
office@diehoerakademie.at
T +43 676 456 0 312

 

Die Sache mit dem Gleichgewicht

Ein Balanceakt mit den Ohren

Ohne die zwei Säckchen läuft gar nichts. Kein Luftsprung, kein Radfahren. Und Walzertanzen? Um Himmels willen. Die Säckchen heissen Utriculus und Sacculus und sitzen im Ohr, in jedem Ohr. Beim Pferd, bei der Maus und beim Menschen auch. Die Säckchen sind Teil eines der wichtigsten Organe jedes Lebewesens: des Gleichgewichtsogans. Das brauchen wir, weil die Erde so verdammt anziehend ist.

Dieser Gleichgewichtssinn, oder besser jene Empfindungen, die uns in jedem Augenblick über die Stellung unseres Kopfes innerhalb des dreidimensionalen Raumes, in dem wir uns bewegen, informieren, liegt im Innenohr.

Die Wahrnehmung der Schwerkraft ist der erste Sinn, der sich entwickelt. Kaum ist ein Fötus sechs Wochen alt, formen sich drei Bogengänge und zwei Säckchen in seinem Innenohr. Die Bogen sind mit Flüssigkeit gefüllt und funktionieren wie eine  Wasserwaage. Die Säckchen registrieren Beschleunigung.

Ab der 21. Schwangerschaftswoche sind die Nerven im Ohr stabilisiert und melden dem Baby-Gehirn die Lage der Dinge bzw. die der Mama. Zwei Jahre brauchen Kinder, um laufen zu lernen ohne hinzufallen. Noch ein Jahr dauert es, bis sie auf einem Bein balancieren können. Aber erst mit 14 Jahren ist die Fähigkeit voll entwickelt, Gleichgewicht, Orientierung, Reaktion und Rhythmus koordinieren zu können. Vorausgesetzt, das Innenohr wird beschäftigt.

In aller Welt wiegen Eltern ihre Kinder im Arm, schaukeln das Bettchen oder tragen sie im Tuch am Leib. Das sieht nach Beruhigung aus, ist aber vor allem Training: So fühlt sich oben, unten, schief und schräg an.

Später reizen Kinder instinktiv selbst diesen Sinn: Sie drehen sich im Kreis, werden gern in die Luft geworfen, fahren freihändig Rad oder hüpfen und wippen. 
Ohne vielfältige körperliche Bewegung kann das Gleichgewichtssystem nicht lernen, die Reflexe für den Notfall zu trainieren und einen Sturz zu verhindern.

Es gibt ein dynamisches und ein statisches Gleichgewicht. Das dynamische hält unseren Körper bei Dreh- und Beschleunigungsbewegungen, das statische hält unseren Körper aufrecht, wenn er in Ruhe ist oder sich in gerader Linie fortbewegt.

Kinderärzte registrieren heute steigende Unfallzahlen bei den Kleinen. Kann sein, dass Fernsehen bildet, aber leider nicht das Innenohr.Gleichgewicht ist immer ein Pendeln um den zentralen Punkt in der Mitte. Wenn die Mitte verrutscht, wird es einem schwindelig. Nur im Deutschen ist der Begriff doppeldeutig: Schwindel kann Täuschung meinen oder die Bedrohung des Gleichgewichts. Kulturwissenschaftler sehen im Schwindel auch eine Begleiterscheinung neuer Epochen. 
Auf die Erfindung von Eisenbahnen, Fahrstühlen oder Kinos reagierten Menschen zuerst mit Schwindel. Wenn sich die Wahrnehmungsfähigkeit den neuen Techniken angepasst hat, ist auch der Schwindel vorbei und die Erfindung kulturell etabliert.

Jenseits aller Kultur leidet hierzulande jeder Sechste gelegentlich unter Schwindel. Der entsteht, wenn widersprüchliche Informationen im Gehirn ankommen. 
Bei stürmischer Seefahrt meldet das Innenohr brutales Wackeln. Jetzt würde das Gehirn den Gliedmassen eine Gewichtsverlagerung befehlen. Aber die Augen, die ins Innere des Schiffes blicken, melden Stillstand. 
Das Gehirn ist irritiert. Im Härtefall aktiviert es das Brechzentrum, das liegt nah beim Gleichgewichtszentrum. 
Beim Blick von hoch oben nach ganz unten wird uns schwummerig, weil sich der gewohnte Winkel von 90 Grad, mit dem wir die Welt in Augenhöhe sehen, in einen 180-Grad-Winkel ausdehnt.

Vogel müsste man eben sein. Weil dessen Körperschwerpunkt weit vorn liegt, muss die Muskulatur der dünnen Beinchen äusserst exakt gesteuert werden, damit der Piepmatz nicht vom Baum kippt. Deshalb haben Vögel zwei Gleichgewichtsorgane, eins im Ohr und eins im Beckenwirbel. 
Das könnte Menschen mit ausgeprägter Körpermitte auch so passen.

Aus Brigitte 8/2003, überarbeitet von Thomas und Belinda Riedl

Für eine ausführliche Testung der Hörwahrnehumg/Hörverarbeitung und des Gleichgewichts vereinbaren Sie bitte einen Termin bei uns!